Podiumsgespräch "Honeckers Zuchthaus - Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug in der DDR" mit Dr. Tobias Wunschik

Mit bis zu 3.500 Insassen zählte Brandenburg-Görden in der DDR zu den vier größten Haftorten. Hier saß bis 1945 Erich Honecker ein. Später ließ er in dieser Haftanstalt seine politischen Gegner inhaftieren, unter strengen Haftbedingungen und bei erzwungener Arbeit.

Die DDR-Geheimpolizei führte hinter den Kulissen Regie und warb Spitzel unter Häftlingen und Bewachern. Die Insassen verfolgten eigene Strategien zur Selbstbehauptung, fertigten Flugblätter oder hörten heimlich West-Radio. 

Tobias Wunschik (BStU) hat zu den Schicksalen der Gefangenen und den Biografien der  Verantwortlichen in der Gefängnisverwaltung und bei der Stasi geforscht. Seine Studie zeigt am Beispiel von Brandenburg-Görden, was politischer Strafvollzug in der DDR bedeutete. Wer wurde überhaupt politisch verfolgt, verurteilt und inhaftiert? Wie sah der Alltag von politischen Häftlingen aus?

Manfred Wilhelm, Frank Tornow und Johannes Drews berichten an diesem Abend über die Haftanstalt Brandenburg-Görden aus eigenem Erleben. Während Wilhelm und Tornow wegen „staatsfeindlicher Hetze“ bzw. angeblicher Spionage mehrjährige Haftstrafen absaßen, arbeitete Drews hier als Gefängnispfarrer.

Impulsvortrag
Dr. Tobias Wunschik

Podiumsgespräch:
Frank Tornow, ehemaliger politischer Häftling
Manfred Wilhelm, ehemaliger politischer Häftling
Johannes Drews, Gefängnisseelsorger in Brandenburg-Görden
Dr. Tobias Wunschik, Historiker und Buchautor 

https://www.havemann-gesellschaft.de/veranstaltungen/

Datum: 9. April 2019
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin