Teilprojekt: Körperliche und psychische Folgen politischer Haft

Politisch motivierte Verfolgung führt vielfach zur Traumatisierung und damit zu langandauernder körperlicher und psychischer Beeinträchtigung bei den Betroffenen. Studien, vorrangig bei Holocaust-Überlebenden und deren Kindern, haben gezeigt, dass auch die Nachfahren der Betroffenen deutlich mehr psychische Symptome aufweisen als Vergleichsgruppen. Bei Opfern der SED-Diktatur haben Studien aus den 1990-er Jahren mit kleinen Stichproben ebenfalls eine erhöhte Prävalenz ergeben. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer litten ehemalige politische Häftlinge immer noch unter deutlich mehr psychischen und körperlichen Symptomen als Kontrollpersonen. Erste Datenerhebungen deuten darauf hin, dass auch Kinder von ehemaligen politischen Gefangenen der DDR eine erhöhte psychische Belastung zeigen.

Anhand einer Zufallsstichprobe der in Hohenschönhausen und anderen Haftanstalten aus politischen Gründen Inhaftierten (N = 800) sollen im Teilprojekt "Körperliche und psychische Folgen politischer Haft" des Moduls IV klinische Interviews und soziodemographische Erhebungen zur Erfassung der körperlichen und psychischen Gesundheit durchgeführt werden. Die Daten werden mit bevölkerungsbezogenen Daten, z.B. des Robert-Koch-Instituts (RKI), der Nationalen Kohorte (NAKO) und der Berliner Initiative Studie (BIS), alters- und geschlechtskorrigiert verglichen. Die Befunde werden in Beziehung zu Haftzeitraum, Gefängnisort und den dort herrschenden Haftbedingungen gesetzt. Zusätzlich sollen mittels standardisierter Fragebögen (online oder per Post) die Kinder der ehemaligen Häftlinge auf körperliche und psychische Erkrankungen hin befragt werden und mit der Allgemeinbevölkerung vergleichen werden.

Beteiligte Personen

Beteiligte Institutionen

ChariteUMB-LogoRGB_jpg.jpg