Jetzt online! Webapp „Haft in der DDR. Die Gefangenen der Stasi“ (haft-ddr.de)

Haft-ddr.de– unter dieser Adresse ist am 6. Oktober 2022 die Webapp „Haft in der DDR. Die Gefangenen der Stasi“ des BMBF-Forschungsverbundes „Landschaften der Verfolgung“ online gegangen. Basierend auf langjährigen Vorarbeiten im Modul „Daten politischer Verfolgung“ des Forschungsverbundes macht die Webapp anonymisierte Angaben zu Alter, Herkunft, Beruf und Verhaftung von mehr als 51.000 Häftlingen des MfS aus den Jahren 1963–89 zugänglich. Sie tut dies auf einer verlässlichen und nachvollziehbaren Datengrundlage, anhand derer sich Ausmaße und Formen von Haft bei der DDR-Staatssicherheit nach dem Mauerbau quantitativ wie qualitativ untersuchen lassen - über individuell kombinierbare Datenauswertungen, ausgewählte Hafterfahrungen, Informationen zu den Stasi-Gefängnissen der ehemaligen DDR sowie zu relevanten historischen Kontexten. Die Webapp will so neue Zugänge und Möglichkeiten schaffen für die Aufarbeitung und Vermittlungsarbeit zu Ursachen, Ausmaßen und Auswirkungen der politischen Repression in der DDR. Als Zwischenergebnis laufender Forschungsarbeiten wird sie auch künftig kontinuierlich erweitert.

Die SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke hat die Webapp als „Meilenstein“ und Resultat der „wichtigen Grundlagenarbeit“ des Forschungsverbundes und der beteiligten Verbundpartner gewürdigt. Ihr Grußwort aus Anlass des Weblaunchs können Sie hier nachlesen.

Auch Alexandra Titze, Vizepräsidentin des Bundesarchivs, verantwortlich für die Abteilungen des Bereichs Stasi-Unterlagen-Archiv, und Dr. Rolf Geserick vom Projektträger DLR teilten in ihren Grußworten die positive Einschätzung der Arbeit des BMBF-Forschungsverbundes und der neuen Webapp.

Die gesamte Veranstaltung zum Launch der Webapp am 6. Oktober 2022 in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen können Sie auf YouTube auch nachträglich verfolgen.

Neben der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen sind die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße (Potsdam), das Menschenrechtszentrum Cottbus und die Robert-Havemann-Gesellschaft weitere Projektpartner. Das Vorhaben wurde in enger Kooperation mit dem früheren BStU bzw. dem Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv, realisiert.


Begrüßung

- Dr. Helge Heidemeyer, Leiter der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

- Prof. Dr. Jörg Baberowski, Sprecher des BMBF-Forschungsverbundes „Landschaften der Verfolgung“, Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin

Grußworte

- Alexandra Titze, Vizepräsidentin des Bundesarchivs, Leiterin des Stasi-Unterlagen-Archivs

- Dr. Rolf Geserick, DLR-Projektträger

Präsentation der WebApp

- Dr. Michael Schäbitz, Modulverantwortlicher des Datenbankprojekts „Daten politischer Verfolgung“, Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

- Michel Kusche, Projektmitarbeiter, Datenbankprojekt „Daten politischer Verfolgung“, Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Impuls / Grußwort

- Evelyn Zupke, Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur beim Deutschen Bundestag

Podiumsdiskussion

- Dr. Jutta Braun, Leiterin der Abteilung „Regime des Sozialen“ am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)

- Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Sprecher des BMBF-Forschungsverbundes „Diktaturerfahrung und Transformation“, Professor für Europäischen Diktaturenvergleich, Friedrich-Schiller-Universität Jena

- Peter Keup, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Menschenrechtszentrum Cottbus

Moderation: Sebastian Richter, Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Frankfurt (Oder)

Ausklang


https://youtu.be/HJndEblDg2I

haft-ddr.de / YouTube